KWERFELDEIN: OFFENES FENSTER

Monat

März 2013

1 Eintrag

Mar 2, 2013

September 2011

2 Einträge

WE FEED THE WORLD [Filmempfehlung]

Vor ein paar Tagen habe ich mir den Dokumentarfilm We feed the world von Erwin Wagenhofer, einem österreichischen Filmemacher angesehen. Und weil ich ihn hier nenne, bedeutet das auch, dass ich eine Empfehlung aussprechen möchte, diesen Film zu sehen. 

We Feed The World stammt aus dem Jahre 2006 und zeigt relativ schonungslos den Zustand der Nahrungsmittelproduktionen und Massentierhaltungen. Der Film dramatisiert nicht, legt aber den Finger dort in die Wunde, wo niemand wirklich hinsehen will. 

So werden an diversen Fallbeispielen Probleme und Konsequenzen aufgedeckt, die der Kapitalismus in und außerhalb Europas anrichtet und welche katastrophalen Folgen dies für Natur und Mensch bedeutet. 

Erfreut war ich, als ich bemerkte, dass Jean Ziegler, dessen Buch der Hass auf den Westen ich gerade Lese, immer wieder zu Wort kommt und jeden Beitrag in einem extra Abschnitt mit fundierten Erkenntnissen erklärt. Ziegler war UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung bis 2008. 

~

Da der Film viele Punkte angespricht, die mir bisher unklar waren, hat er mir dabei geholfen bei der zunächst doch auf den ersten Blick undurchsichtigen & komplexen Lage dieser Thematik einwenig duchzublicken.

Wobei dieser Blick in der Tat schmerzhaft ist und mir der Beitrag über die Geflügelproduktionen mir sehr zugesetzt hat. Die direkten und unverblümten Bilder haben somit meine Entscheidung, die ich vor zwei Monaten getroffen habe, kein Fleisch mehr zu essen, doppelt unterstrichen.  

Auch die Beleuchtung der desolaten Situation einer sehr verarmeten brasilianischen Bauernfamilie, die ihre Kinder mit unreinem Wasser versorgen muss, hat mich einerseits zum Weinen, andererseits aber auch zum Nachdenken gebracht. 

~

Bis heute denke ich jeden Tag über diesen Film nach. Er hat mein Weltbild verändert und weitere Gedanken angestoßen, die ich hier jedoch noch nicht weiter erwähnen möchte. Was ich möchte ist diesen Film uneingeschränkt empfehlen, wenn er denn noch nicht gesehen wurde.

Martin

Sep 28, 20113 notes
QUOTE.fm

In den folgenden Zeilen werde ich (Martin Gommel) meinen Eindrück über QUOTE.fm skizzieren. Ich gehe davon aus, dass der versierte Leser an QUOTE.fm Interesse hat. 

~

Als ich vor einigen Monaten mitbekam, dass Martin Wolf & Kollegen ein frisches Startup an den Mann bringen wollten, war ich neugierig. Marcel berichtete ja hin und wieder auf seinem Blog und auf meinem Trip nach New York erzählte Martin öfter mal, was da in Hamburg gerade so passiert. Warten wir mal ab, dachte ich. 

Jedenfalls bekam ich vor ein paar Tagen ein Invite und der offene Invite, den ich vergeben konnte, ging an Daniel, der auf seinem Blog ebenfalls schon berichtet hat. Für alle: Ich hab wirklich keinen Invite mehr. ;-)

Mir persönlich gefiel allein schon die Startseite sehr gut, das Ding sieht ordentlich aus und macht Lust, hinter die Kulissen zu schauen. Und was ich dort fand, habe ich in dieser Form noch nicht oft erlebt. 

Hinter den blauen Fassaden findet sich ein kleines Trüppchen von aktuell nicht mehr als 265 Leutchen. 265? RLY? Nunja, Quote.fm beweisst, dass man keine Massen braucht, um Spaß zu haben und einen effizienten Service anzubieten. Denn 265 Leute, von denen fümmenneunzich Prozent tatsächlich aktiv sind und gerne lesen, können das Ding so rocken, dass ich mir täglich auf die Finger hauen muss, nicht schon wieder zu spickeln.

Wie wohl die meisten wissen, geht es bei Quote.fm darum, interessante Textzeilen zu quoten, sprich: zu zitieren. Man liest einen Text, beispielsweise auf zeit.de, markierte ein, zwei Sätze dort, klickt auf das zuvor gespeicherte Lesezeichen, fertig. Der Auszug taucht dann in der eigenen Timeline auf, kann kommentiert und auch geliked werden. 

<3

Nach einigen Tagen intensiven Nutzens fiel mir auf, dass Quote.fm zwei Dinge bei mir bewirkt hat: 

  1. Ich habe - nur um zu quoten - längere Texte auch wieder am Rechner gelesen und meinen Plan, dies nur via Tablet (iPad oder Kindle) zu tun, mal kurz in die Tonne getreten. Dadurch, dass Quote.fm aktuell nur via Bookmarklet funktioniert, wollte ich das Ding ja auch testen. So habe ich mir prompt angewöhnt, zu Hause wie auch im Büro (ausser den Artikeln für KWERFELDEIN, und das ist eine Menge incl. Korrekturschleifen) wieder am Monitor zu lesen, was übrigens wunderbar funktioniert, wenn man sich wieder drauf einlassen will. Hach. Das werden Zeiten, was man auch vom iPhone oder tatsächlich vom Tablet quoten kann. 
  2. Ich habem begonnen, Texte “bewusster” zu lesen, weil ich nur auf die eine Textpassage warte, die die Aussage des Artikels auf den Punkt bringt oder sprachlich/inhaltlich hervorsticht. Dass sich dieses Phänomen bald legen wird, weiß ich, da ich dies der Einstiegseuphörie zuordne. In ein paar Wochen werden ich Texte ganz normal lesen und wenn dann ein bemerkenswerter Satz fällt, markieren, Bookmarklet klicken, fertig. Dass bei all dem “yeahneuerservicegeilachtolldings* ganz nebenbei der Fokus aufs “Lesen” gesetzt wird passt mir als Herausgeber eines Onlinemagazines übrigens äußerst gut in den Kram, da wir neben dem Augenmerk auf Bild auch stets einen Anspruch auf sprachliche Qualität legen.  

Quote.fm ist ein digitaler Textmarker, mit dem Vorteil, dass die Leute, die mir folgen, meine Markierungen mitbekommen. Hooray.  (Das ist ein Textschnipsel, bei dem ich keine Ahnung hatte, wo hin damit, also hier).

Übrigens: Ich würde auch dafür bezahlen. Ob man da von mir auf viele andere schließen kann, mag ich bezweifeln, doch diesen Punkt wollte ich zum Schluss machen. ;-) 

Dass das Ding extrem schick ist, brauch ich ja eigentlich nicht sagen, oder? 

Sep 14, 20113 notes

Juli 2011

1 Eintrag

Play
Jul 23, 20111 note

Juni 2011

2 Einträge

Being pissed.

“Too much planning implies you’ve got it all under control. That’s boring, unrealistic, and dangerous.

It lulls you into a complacency that removes the artist’s most valuable conditions: being pissed. Art is competetive with yourself, with the past, with the future. […]

You’re asking three universal questions that mock conventional wisdom: 

  • “Why do I have to obey the rules?”
  • “Why can’t I be different?” 
  • “Why can’t I do it my way?” “

Twyla Tharp, The Creative Habit, Seite 133

Martin

Jun 8, 20111 note
Sigur Rós

Heute haben wir bemerkt, dass viele von uns in der Redaktion diese Band völlig geil finden. Es folgen ein paar Stimmen dazu. 

Katja: 

Ich liebe Sigur Ros! Ihre Musik zur Bildbearbeitung führt zu ungeahnten experimentellen Fotos. Besonders großartig und sehr inspirierend sind auch ihre Albumcover und ihre tollen Videos. Mein liebstes ist Glósóli, in dem ein paar (wunderschöne) Kinder eine Reise antreten, die unterstützt von der Musik, an einem Felsen endet. Mir kommen bei dieser Szene regelmäßig Tränen in die Augen.

Ich kann diese Musik aber nur alleine hören. Sie lässt einen so durch den Raum schweben und man muss einfach irgendetwas tun, wenn man sie hört. Mitsingen zum Beispiel. Oder Tanzen. In schweren Fällen auch ein paar Selbstportraits machen, die einen etwas derb emotionalen Charakter haben, so dass man sie niemanden zeigt.

Martin:

Bei mir ging das in den frühen 80ern los. Scherz. Aber es sind schon ein paar Jährchen, die ich mit dieser Band quasie “auf dem Buckel” habe. Als die erste Platte in Deutschland zu kaufen war, damals ganz in weiß und ohne irgendwelches Labelgeschnörkel als Digipack war das schon was ganz besonderes, diese Band entdeckt zu haben. Ich fühlte mich sowieso immer wie der Größte, als ich so eine No-Name-Band als einzigster in meinem Freundeskreis hörte (und dachte, jetzt ein Held zu sein). HAR. HAR. 

Jedenfalls pflege ich mit Sigur Ros eine Art Hassliebe. Denn wenn ich sie mal wieder einen ganzen Tag lag gehört habe, mitgesummt und mich in die Melodien der Skandinavier verliebt habe, gehen sie mir ziehnlich schnell wieder auf den Fiffikeks. Dann höre ich sie 3 Monate GAR nicht mehr. 

Achja, und ich die zweite Platte kaufte ich mich auch im Digipack damals. Da war dann aber gar kein Sigur Ros drauf, sondern französische Gitarrenmusik. Herrlicher Produktionsfehler, denn noch heute höre ich da gerne rein. Ist halt kein Sigur Ros, aber egal. 

Aileen: 

Ich hör’ die einfach nur gern. Punkt. ;-)

Jun 3, 20111 note

Mai 2011

25 Einträge

Kaffee <3

Für mein Leben trinke ich gerne Kaffee. Für mich ist jede Tasse eine Art Genuss des Lebens selbst, schon der Geruch von frisch gemahlenem Kaffee macht mich ein bisschen glücklich. Aber: verwässerter, suppengedingster oder zu bitterer Kaffee geht gar nicht. Kein Schluck geht da runter. Da bekomme ich auch einen kürzeren oder längeren Moment schlechte Laune von. 

Ob ich zu viel Emotionen in die Kaffeesache stecke. Aber sicher doch. Wäre Kaffee keine emotionale Angelegenheit, würde ich hier wohl kaum drüber schreiben.  

Tja. So ist das, mit der Kaffeeliebe. Übrigens, wer sehen will, wie man Kaffee mit einer Chemex filtert, der sollte sich mal diesen Artikel von Daniel Ehniss anschauen. Wunderbarst.

Martin

May 24, 20111 note
#kaffee&lt;3
Madame George

The kids out in the streets collecting bottle tops,
Going for cigarettes and matches to the shops,
Happy talking, Madam George

≈Van

May 19, 2011
Play
May 15, 20115 notes
#Ryuichi Sakamoto #Alva Noto #Berlin #Musik #Konzert
"The moment a person learns he's got terminal cancer"

“The moment a person learns he’s got terminal cancer, a profound shift takes place in his phyche. At one stroke in the doctors office he becomes aware of what really matters to him. Things that sixty seconds earlier had seemed all-important suddenly appear meaningless, while people and concerns he had till then dismissed take on supreme importance. (…) Maybe it isn’t so crucical that he have the last word in the fight with his wife. Maybe instead he should tell her how much she means to him and how deeply he has always love her. 

Steven Pressfield, The War Of Art, Seite 132

Martin

May 13, 20111 note
The War on lesen

Ich lese gern. Eigentlich habe ich immer ein Buch, dass meinen Alltag begleitet und ich liebe es noch viel mehr, mit Freunden darüber zu reden. Seit einer Weile jedoch habe ich ein zusätzliches Programm gestartet. Doch es ist das Trivialste, was man eigentlich machen kann: 

Wärend ich morgens den Rechner hochfahre, lasse ich die Monitor ausgeschaltet, schlage die Beine übereinander und gönne mir erstmal ein Kapitel eines Buches. Jeden Morgen das gleiche Ritual. 

Was das bringt? 

  1. Ich lese ein Buch.
  2. Ich zügle erstmal meine Ungeduld, gleich sofort ins Netz zu stürzen. Das bringt Routine rein und einwenig Disziplin.
  3. Ich komme vor dem ganzen Datenkram erstmal auf komplett andere Gedanken. Käsekuchen. Zum Beispiel. 

Aktuell lese ich The War Of Art von Steven Pressfield.

Das Buch kann ich gar nicht empfehlen. Eigentlich niemandem. Der Kollege überfährt so die meisten roten Ampeln, die es in meinem Seelenleben so gibt, angefangen von Verallgemeinerungen galore bis zu einer spirituellen Weltsicht, die mir sehr zuwieder ist. Und dann meint er halt, er wär’s. Und alle anderen nicht. Auf Twitter würde ich ihn blocken. 3mal. 

Ich hab es bald durchgelesen. Ja, ich lese auch Bücher, die mein Weltbild nicht bestätigen oder mich zutiefst verärgern. Das bildet nämlich auch. Vor allem Meinung und wenn man sich mal dran gewöhnt hat, kann man sogar schmunzeln hier und da.

Ich bin trotzdem froh, wenn ich bald die letzte Seite gelesen habe, denn dann kommt mal wieder ein Buch dran, das mir mehr liegt. Eins hab’ ich schon auf Kante bereitliegen. Aber das ist ein Thema für ein anderes “offenes Fenster”. ;-) 

May 9, 20112 notes
Lecke deinen Ellenbogen!

Ich mag die Sprüche und Grafiken auf den Darkslides der Polaroidfilme vom Impossible Project. Man legt einen neuen Film ein und surrrrr hält man einen neuen unmöglichen Spruch in den Händen. Der von heute ist mein Favourit: lick your elbow.
Dicht gefolgt von: “saddle a hippopotamus”.

Katja

May 8, 20112 notes
Was.

Ja, genau. Was. Darum dreht sich mein Kopf, wenn ich mich um kwerfeldein.de drehe. Was. 

Was können wir posten, dass die Leser interessiert? Was inspiriert junge, alte, frische oder gar erfahrene Fotografen? 

Über die Jahre hinweg habe ich einwenig Gefühl dafür bekommen, was gut und was weniger gut ankommt. Aber darum geht es gar nicht. Es geht um das Was und nicht um das Wie es ankommt. 

Es geht auch nicht um die große Masse. Nicht darum, wie viele Likes oder Kommentare ein Artikel bekommt oder ob alle “ja super” kommentieren. Es geht um das Was. Und da kommen wir an den Kern: 

Was ist uns wichtig. Und was nicht. Was ist so dringend, dass wir es posten müssen. Was ist so geil, dass wir gar nicht anders können. Was stört uns so sehr, dass kein Rant keine Option ist. Was muss gesagt und gezeigt werden.  

Das.

May 7, 2011
“Which of my photographs is my favorite? The one I’m going to take tomorrow.” —Imogen Cunningham
May 6, 20114 notes
Das Leben ist ein Ponyhof.

Allergroßartigst! Fürstlich! Herzerwärmend ironisch zugleich. 

Martin

May 6, 2011
TelefoNie

Ich gebe es zu: Ich telefoniere fast nie. Warum? Weil ich es nicht mag. Obwohl, nicht ganz. Ich telefoniere gern, wenn ich weiss, wann. Nen Termin ausmachen, telefonieren, super. Mit Kunden, Freunden, Omi.

Aber einfach so angerufen werden und von 0 auf 100 sagen was ich zu Thema xy denke, damit kannste mich jagen. Deshalb nehme ich auch fast nie ab, wenn ich die Nummer nicht kenne. 

Der Anrufer muss dann halt auf die Box labern. Musser durch. Ich ruf dann auch zurück - wenn ich halt den Kopf dazu frei habe. Aber wegen mir bräuchte es kein Telefon in dieser Welt. Ach doch, ab und zu schon. Aber nur, wenn ich es dann will. ^

Und das ist auch der Grund, warum das Telefon bei mir so verstaubt ist. ;-) 

Martin

May 6, 2011
May 6, 20118,935 notes
Erschöpft eure Ideen, um neue zu haben.

Gestern war ich mal wieder an dem Punkt, dass ich ein Problem vor mir hatte und im Bauch das Gefühl, mit meinem Latein ganz klar am Ende zu sein. Es dauert bei mir immer eine ganze Weile, bis ich zu der Erkenntnis komme, dass ich wirklich keine Idee mehr habe, alle Möglichkeiten erfolglos ausprobiert sind und ich nun jemanden (oder die Allgemeinheit) um Hilfe bitten muss.

Eigentlich ist es egal, um was für ein Problem es sich handelt. Ob es das Verständnis eines mathematischen Textes ist, den ich für ein Seminar vorbereiten soll. Oder wie gestern die richtige Idee für einen regulären Ausdruck beim Programmieren.

Gegen 17 Uhr ging also via Facebook mein Hilferuf hinaus in die Welt. Und danach passiert das, was immer passiert, nachdem ich um Hilfe gefragt oder mich zumindest dorthin auf den Weg begeben habe: Ich habe eine neue Idee. Und die hat gepasst, sie hat mein Problem gelöst.

Mein Hilferuf steht immer noch unbeantwortet bei Facebook, aber er hat trotzdem dafür gesorgt, dass ich das Problem gelöst habe. Denn wenn ich frage, dann passiert irgendwas in meinem Kopf, das die Ideen wieder befreit sprudeln lässt.

Aileen

May 6, 20111 note
Kalender & Buttons von Alive

Ich hab’ mir bei aliveshirts.com deren Kalender und ein paar Buttons bestellt. Superschick, stylisch und ich bin einwenig stolz drauf. Draufgekommen bin ich über Nicola, die mir den Kalender empfohlen hatte. Danke!

Martin

May 5, 20111 note
Fulminantes Zeitraffer: The City Limits

Supergeile Perspektiven und Brennweiten. Also ich hatte Gänsehaut. 

(via Fstoppers)

Martin

May 5, 20111 note
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